Sonderführung: Die Frauen von Krems.

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Wo sind sie geblieben?

Die Frauen von Krems.

 

Obwohl das Wirken von Frauen deutliche Spuren in Krems hinterlassen hat, ist über die Geschichte und die Leistungen der Frauen von Krems heute nur wenig bekannt und sichtbar. Anhand von ausgewählten Frauenbiographien werden einzelne Persönlichkeiten vor den Vorhang gebeten und mit ihren Lebensgeschichten vorgestellt.

Kaum mehr bekannt ist etwa, dass der Bau des ehemaligen Redemptoristinnen-Klosters ab 1843 von einer Frau – der Äbtissin Maria Benedicta Rizzi – geleitet wurde. Als 1850 die neue Tabakfabrik Stein eröffnete, waren plötzlich hunderte junge Tabakarbeiterinnen im Stadtraum präsent. Die gebürtige Kremserin Leopoldine von Morawetz-Dierkes durfte 1897 erst nach Überprüfung einer schriftlichen Version ihres Vortrages als erste Frau in der „Geographischen Gesellschaft“ in Wien auftreten. Theresia Rotter war maßgeblich an der Gründung und am Betrieb des Historischen Museums der Stadt Krems beteiligt, wurde für ihre Verdienste sogar zur ersten Ehrenbürgerin der Stadt Krems ernannt – sie starb 1936 völlig verarmt, ihre Leistungen gerieten in Vergessenheit.

Ebenso kaum mehr in Erinnerung ist, dass während der NS-Zeit viele Kremser Frauen im Widerstand aktiv waren. Leopoldine Puhl, Leopoldine Ankerl, Marie Malat und Marie Donabauer, die als Teil der sogenannten „Kremser Zelle“ Spenden für die „Rote Hilfe“ sammelten, sind nur einige von ihnen.
Viele Kremser erinnern sich hingegen an die Motorradpionierin Mizzi Nahmer, die bereits 1925 an einem Motorradrennen teilnahm und bis ins hohe Alter auf ihrer Beiwagenmaschine auf den Straßen von Krems unterwegs war.

 Frauen emanzipierten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend von einem traditionellen Gesellschafts- und Familiengefüge. Sie führten Betriebe, arbeiteten als Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen. Industrialisierung und gesellschaftlicher Wandel waren – nicht nur in Krems - stark weiblich konnotiert. Die Ausstellung macht Geschichte und Leistungen der Frauen von Krems sichtbar. Erzählt wird aus der Perspektive von Frauen – viele der angesprochenen Themen haben bis heute Relevanz. Die Künstlerin Iris Andraschek gestaltet anhand einzelner Aspekte der vorgestellten Biographien eine zeitgenössische Reaktion auf das Thema.

Da Vieles über die Frauen von Krems noch im Dunkeln liegt,  ist die Kremser Bevölkerung eingeladen, aktiv an der Rekonstruktion der „weiblichen Geschichte“ von Krems mitzuarbeiten und Erinnerungen und Wissen beizusteuern.

Die Ausstellung „Wo sind sie geblieben. Die Frauen von Krems“ ist eine Weiterentwicklung des Projektes „DenkMAL! DenkWÜRDIG?!“, das seit Herbst 2018  auf der Suche nach  „denkwürdigen“ Kremser Frauen ist.

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